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Die natürlichste Sache der Welt

Sheri Hagen ist Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin – und setzt sich für mehr Vielfalt in der deutschen Filmbranche ein.

Vielfalt dürfe im Kino gar nicht wichtig sein, sagt Sheri Hagen, die in Lagos geborene und in Deutschland aufgewachsene Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin. „Unsere Gesellschaft ist komplex und vielfältig, unsere Realität ist komplex und vielfältig, warum sollte das nicht auch in Film und Fernsehen das Selbstverständlichste sein?“ Dass diese Natürlichkeit fehlt, zeigte auch Vielfalt im Film, eine von Hagen mitinitiierte Studie zur Vielfalt in der deutschen Filmbranche. Über 6.000 Filmschaffende im deutschsprachigen Raum haben sich an der Umfrage beteiligt, die unter anderem herausgefunden hat, dass sich viele Menschen mit Migrationshintergrund in deutschsprachigen Filmen stereotypisiert fühlen.

Hagen sagt, sie fühle sich im deutschen Film und Fernsehen nicht vertreten . Und das hat sich auch für ihre Kinder nicht geändert. Es gibt keine deutschen Filme oder Serien, in denen auch in Alltagsgeschichten schwarze Familien generationsübergreifend gezeigt werden. „Ich hoffe, dass meine Enkelkinder sich ganz normal sehen können, einfach als menschliche Wesen präsentiert werden, ohne Herkunftsbezeichnungen.“ 

Erfolgreicher Produzent und Schauspieler

Genau das möchte sie mit ihrer Arbeit ändern. Hagen wurde 1968 in Lagos, der größten Stadt Nigerias, geboren und wuchs in Hamburg auf, wo sie die Stage School of Dance and Drama besuchte. Außerdem absolvierte sie ihre Ausbildung am Theater an der Wien in Österreich. Der langjährige Berliner Hagen hat in zahlreichen Theaterproduktionen sowie in Film- und Fernsehrollen mitgewirkt, etwa in Das Leben der Anderen und Baal sowie in Krimis wie Tatort .

Nicht nur durch ihr Engagement für Diversität im Kino und ihr Engagement in verschiedenen Organisationen wie Pro Quote Film strebt Hagen danach, die Filmbranche vielfältiger zu gestalten. Sie macht auch Filme, die Geschichten von Menschen erzählen, die sonst nur in Filmen oder im Fernsehen zu wenig oder als Klischees vorkommen. So entstand auch ihr erster Film: Auf den zweiten Blick handelt von drei sehbehinderten Paaren in Berlin. 2015 gründete sie Equality Film, ihre Produktionsfirma. „Ich wollte die Unabhängigkeit, um mich und meine Geschichten nicht ständig erklären zu müssen“, sagt Hagen. Ein Jahr später realisierte sie Fenster blau, das auf einem Theaterstück von Sasha Marianna Salzmann basiert. Der Film untersucht Tabuthemen wie Inzest. Derzeit arbeitet sie an ihrem dritten Film.

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